Wanaka & Queenstown

Westküste Ade

Wir fuhren vom Franz Josef Gletscher aus nun zum Fox Gletscher. Die Autofahrt war schon sehr merkwürdig, da nach 3 Tagen Dauerregen die Straßen immer noch teilweise so dreckig waren, dass die Bauarbeiter immer noch mit aufräumen Tag und Nacht beschäftigt waren. Normalerweise kann man an den Gletscher sehr nah heranfahren und diesen auch bestaunen. Die Hauptstraße zum Gletscher war aber auch jetzt noch geschlossen, sodass wir einen kleinen Walk zu einem Aussichtspunkt unternommen haben, wo man den Gletscher sehen konnte, aber auch hier wurden wir enttäuscht!  Die Flüsse waren mit dem Eis vom Gletscher gefüllt und die Sicht wurde durch einen monströsen Geröllhaufen versperrt. Egal, wir haben den Gletscher zum Glück vor 5 Jahren schon gesehen, aber für Anny und Frieda war es schon sehr ärgerlich!

Isthmus Peak

Weg von der Westküste ging es jetzt in Richtung Wanaka ins Landesinnere, wo wir endlich wieder besseres Wetter bekamen. Wir fuhren 2 Tage und die Umgebung wandelte sich wieder stark in eine trockene Landschaft, welche mit gewaltigen Bergen ihren ganz eigenen Charme verbreitete. Was macht man in einer so bergigen Landschaft, NATÜRLICH wandern! Die Wanderschuhe an und rauf auf die Berge! Auf unserem Weg lag als erstes der  Isthmus Peak,1386 Höhenmeter mit einer fantastischen Panoramaaussicht, die uns immer begleitet hat beim Besteigen des Berges! Der Aufstieg war wirklich schweißtreibend und manchmal wollte man am liebsten umdrehen, weil man sich gar nicht vorstellen konnte, dass die Aussicht noch besser werden konnte, als sie ohnehin schon war! Aber oben auf der Spitze des Berges angekommen, wurde man doch komplett überrascht! Alles voller Seen, die wie flache blaue Teller aussehen in Begleitung der Riesenberge! Die Landschaft gibt es wirklich nur hier in Neuseeland. Genau deswegen bewegt es einfach jeden in die Natur raus zum Wandern und man kann sich nicht satt sehen. Wenn man die Landschaft live vor sich sieht,  gewöhnt man sich schnell an sie. Sobald man sich aber am Abend die Bilder noch einmal anschaut, sieht man, dass es eine ganz andere Welt ist, in welcher man sich befindet. Beim Wandern auf den Berg sieht man die ganz Zeit den Lake Hawea, welcher immer kleiner wird und sobald die Spitze erreicht ist, hat man eine 360 Grad Aussicht. Man kann unter anderem den Lake Wanaka und den Mount Aspiring erspähen, welcher ein Berg ist, der immer mit Schnee bedeckt ist! Insgesamt waren wir 5 Stunden unterwegs und als wir unten wieder ankamen, bekamen wir richtige Glücksgefühle beim Anblick des Berges. Einfach toll, noch einmal zu sehen, was man geschafft hat. Schwer zu beschreiben, wenn man noch nie auf Berge gewandert ist! Du hast es noch nie gemacht? Mach es!!!

Wanaka

Gleich 15 Kilometer von dem Wanderweg entfernt ist im Tal ein kleines Örtchen namens Wanaka. Sepp´s Favoritenstadt war bisher immer Queenstown in Neuseeland. Wanaka jedoch ist irgendwie auch sehr charmant, was das neuseeländische Feeling angeht! Hier gibt es einiges zu sehen! Ein wunderschöner Strand direkt am See, wo man gemütlich den ganzen Tag mal seine müden Knochen nach Wanderungen in den Bergen ausruhen kann. Dann gibt es noch einen der bekanntesten Bäume der Welt, den Wanaka Tree, ein Baum, welcher im Wasser steht. Jeder Fotograf möchte hier schöne Fotos machen, dementsprechend ist hier zur sogenannten Blauen Stunde auch die Hölle los! Der Ort hat alles, was man zum Leben benötigt, auch wenn alles ein wenig kleiner ausgestattet ist, als man es in großen Städten gewohnt ist. Aber genau das macht es aus! Wir waren im Kino und haben uns Star Wars angeschaut. Genial war, dass wir allein waren. Hier gibt es gemütliche Sofas und alte Oldtimer als Sitzmöglichkeit und man bekommt sogar sein bestelltes Essen zum Platz geliefert, einfach lecker und schön, wenn mal das Wetter nicht so möchte, wie man es sich immer vorstellt! Während wir im Kino waren, machten Anny und Frieda ihren heiß ersehnten Skydive. 15 Kilometer entfernt ist ein freier Campingplatz für alle, die kein Geld haben wie wir und hier sind meist bis zu 100 Autos, die sich alle am Abend einfinden! In der Nacht ärgern die Einwohner von Neuseeland die Backpacker und hupen immer um alle wach zu machen! Ja ja ja, so ist das mit dem Neid. Aber das macht uns Backpackern nicht die Bohne aus, wir können einfach am nächsten Morgen wieder länger ausschlafen :-D!

Da die Gegend so schön zum wandern ist, war unser nächstes Ziel, auf den Roys Peak hinauf zu laufen, auch ein Wanderweg mit 1200 Höhenmetern und wunderschönem Blick auf die Berglandschaft und den Ort Wanaka. Was aber diesmal besonders sein sollte, war die Uhrzeit, zu welcher wir starten wollten! 2:30 Uhr in der Nacht begannen wir unsere Wanderung zum Roys Peak, nur 8 Kilometer one way, dafür aber steil bergauf. Somit war wieder viel Schwitzen angesagt, auch bei gefühlten 4 Grad in der Nacht! Mit einer Stirnlampe bewaffnet ging es los. Etwa 60 andere Leute hatten die gleiche Idee wie wir und so kämpften wir uns Schritt für Schritt den steilen Anstieg in Richtung Bergspitze! Die Vögel sangen noch lange nicht und alles war ganz still. Der Mond schien so stark, da in dieser Nacht Vollmond war, Zufall! Aber magisch war, wie sich die Leuchten der Wanderer langsam in Richtung Berggipfel zu bewegten und der Sternenhimmel war so klar wie nie, da hier kaum Lichtverschmutzung von Lichtern herrschte. Nur immer kleiner werden sah man Wanaka am Fuß des Berges! Anderthalb Stunden vor dem Sonnenaufgang standen wir vor dem ersten Hotspot vom Berg. Hier stehen am Tag teilweise 20 Leute an um Fotos zu machen, bei uns hingegen waren es nur 4 im Schlafsack eingemummelte Leute, da es hier oben noch viel kälter war! Wir beobachteten, wie der Mond unterging und dies war so schön wie ein Sonnenuntergang, einfach nur hammer. Man müsste viel öfter nachts raus um sich die Welt anzuschauen. Wir waren eine Stunde zu schnell am Ziel, wahrscheinlich, weil wir jetzt schon wieder mehr gewohnt waren von den Vortagen. Die letzte Etappe hoch auf den Gipfel war schon sehr abenteuerlich. Wir nahmen den steileren Weg, wo es rechts und links viele Meter bergab ging, denn wir wollten früh genug oben sein um den Sonnenaufgang zu genießen! Oben am Gipfel war es so nun arschkalt! Hier waren viele sogar mit einem Schlafsack und wir hatten auch dicke Sachen dabei, aber es gab auch Experten, die nur kurze Hose und T-Shirt trugen. Auch wenn es am Tag bis zu 30 Grad wurden, in den Bergen nachts wird es nun mal kalt! Aber alle sind wieder heil unten angekommen. Die Sonne ging auf und wir hatten die Blaue Stunde ein zweites Mal wie es im Buche steht, einfach unfassbar die Landschaft und die Stimmung nach so einem Aufstieg! Jeder, der oben stand, war ein Freund und man lachte und fror sich zusammen den Allerwertesten ab! Der Abstieg war auch wunderschön. Nach 2 Stunden kamen uns die ersten Leute entgegen, die froh aufgestiegen sind und schauten uns mit einem respektvollen Blick an. Mit geschwollener Brust freuten wir uns schon auf den See in Wanaka und auf ein kleines Mittagsschläfchen

Queenstown

Anderthalb Stunden von Wanaka entfernt befindet sich Queenstown. Der kürzeste Weg geht über den Crown Range Pass, welcher gefühlt einen viertel Tank frisst, aber wieder einen wunderschönen Blick ins Tal in Richtung Queenstown gibt! Direkt vor Queenstown befindet sich eine freie Campingzone, das heißt, sobald man in der Nähe ein freies Plätzchen findet, kann man da schlafen. In Queenstown direkt gibt es nur Plätze, wo man ziemlich viel bezahlen müsste. Deswegen schliefen wir meist auswärts. In der Stadt machten wir einen Abend schön Party, denn Queenstown ist die beste Stadt um wegzugehen und hier wimmelt es nur so von Backpackern und Spaß! Einen Tag schauten wir uns die Stadt an und wir merkten schnell, dass sich während der 5 Jahre viel verändert hat. Es gibt keinen einzigen Parkplatz direkt in der Stadt und die Straßen sind schon sehr sehr touristisch überfüllt! Am nächsten Tag ging es mit der Gondel hoch auf den Ben Lomond, wo wir die Aussicht auf Queenstown genossen und mit einem sommerrodelbahnähnlichen Gefährt eine schöne Strecke 3mal hinunter fuhren, diese war wirklich lustig. In Queenstown ist die Innenstadt ziemlich klein und es gibt einen kleinen Hafen, wo man gemütlich die Touristen beim Geldausgeben beobachten kann. Direkt in Queenstown gibt es angeblich den besten Burger von Neuseeland. Natürlich gönnten wir uns auch hier einen richtig fetten Burger. Der Laden hat immer eine riesen Schlange davor, aber das Warten lohnt sich!  Wir genossen jeden Morgen das Backpackerleben und frühstückten allein an schönen Seestellen. Jeder Tag ging rum wie im Flug. Da der Milford Sound durch das Unwetter geschlossen wurde, müssen wir leider wieder einen Great Walk auslassen. Aber im Nachhinein hätten wir diesen wahrscheinlich auch so nicht gemacht, weil dieser einfach viel zu teuer ist!

Glenorchy

Die Gegend um Queenstown hat auch sehr viel zu bieten, zum Beispiel hat man einen schönen Gletscher in Richtung Glenorchy und man kann da wunderschön wandern gehen. Nach unserem kleinen Walk ging es wieder an den See und wir entspannten wieder ein wenig!

Zukunftspläne

Da wir auch Luft hatten um uns neue Pläne zu schmieden, legten wir unsere nächsten Ziele fest! Arbeit suchen in der Nähe und sparen um den Winter von Neuseeland zu überbrücken. Denn wir wollen wieder in den Sommer flüchten und zwar für drei Monate nach Kanada und danach wollen wir wieder in Neuseeland arbeiten um wieder Puffer für Deutschland zu haben. Der Plan ist, dass wir spätestens im Februar 2021 wieder zurück sind.

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