Queen Charlotte Track

Bye Bye Roxburgh

Jetzt ging es an die letzten Tage in Roxburgh, wo wir 6 Wochen zusammen auf engstem Raum zu siebt lebten. Wir gingen noch einmal schön zusammen wandern und schauten uns die Landschaft an. Wir waren nur Männer, dadurch entstanden wie immer ein paar Spaßfotos. Carlos, Will und Sepp arbeiteten noch Teilzeit auf der Kirschfarm, kündigten aber, da wir im nördlichen Teil der Südinsel eine Jobzusage auf einem Weingut bekommen hatten. Dies entpuppte sich später leider als kompletter Reinfall.

Die Abzocke der Backpacker

Wir alle hatten in Blenheim eine Zusage für die Arbeit erhalten und dies kam uns ganz gelegen, da es im oberen Teil der Südinsel wieder wärmer werden sollte. Nach Zwei Tagen Fahrt mit knapp 800 Kilometern auf dem Tacho kamen wir in Blenheim an. Das erste, was uns auffiel war, dass irgendein Inder das Hostel führte. Meist sind diese Hostels extrem schlecht vom Zustand, was sich auch in dieser Unterkunft wiederspiegelte. Im Zimmer der Rezeption befand sich sogar ein Bett eines Mitbewohners. Leider mussten wir alle hier leben, wie es sich herausstellte, da wir sonst keine Arbeit bekommen würden. Anstatt der 140 NZD pro Person in einem 4er Doppelstock-Zimmer konnten wir wenigstens für 90 NZD pro Person pro Woche im Auto nächtigen. Wir überlegten uns, die Unterkunft zu wechseln, sobald wir den Arbeitsvertrag unterschrieben hätten. Aber leider sind die Kosten überall in der Umgebung zu überteuert, da Blenheim Hauptgebiet des Weinanbaus auf der Südinsel ist und damit sehr viele Backpacker angelockt werden. Der Hostelbesitzer stellte uns bei einer Agentur vor, welche uns dann vermitteln sollte um dann an Arbeit zu kommen. Anders kommt man hier kaum an Jobs. Es fühlt sich alles sehr nach Mafia und dubiosen Geschäften an. Sepp wollte nach der Agentur sofort die Unterkunft wechseln und wir machten dies auch und plötzlich durften wir nicht mehr arbeiten… Das ist alles eine extreme Absprache untereinander und somit korrupt. Dadurch sagten wir zu Blenheim Adieu! Einen Vorteil hatte die lange Fahrt letztendlich doch für uns gehabt. Wir trafen Andrea von der Erdbeerfarm wieder und sagten uns, wenn wir einmal hier oben sind, machen wir gleich den Queen Charlotte Track, welcher für 3- 4 Tage ausgelegt ist. Zudem hatte Andrea ein Jobangebot auf einer Gemüsefarm in der Nähe von Christchurch in Aussicht, auf welcher weitere Arbeiter gesucht wurden, perfekt!

Abschied von Freunden

Zu siebt hatten wir uns gefunden und lebten 6 Wochen jeden Tag in Roxburgh in einem Haus zusammen. Doch nun gehen wir in unterschiedliche Richtungen auseinander, da nun Level 2 ausgeschrieben wurde und das Reisen zu Zeiten des Coronavirus wieder erlaubt wurde. Es hat sich sehr merkwürdig angefühlt. Denn, ist man mal ehrlich, mit welchen Personen lebt man 24/7 in einem Haus und das 6 Wochen, das schweißt schon zusammen. Wir sehen uns wieder Anny, Frieda, Will, Carlos und Darwin! Danke für die schönen Augenblicke in dieser komischen Zeit des Coronavirus am anderen Ende der Welt.

Queen Charlotte Track im Winter

Der Queen Charlotte Track umfasst 71 Kilometer, zwischen dem Queen Charlotte Sound und dem Kenepuru Sound in den Marlborough Sounds. Aber durch mehrere Abstecher zu Aussichtspunkten waren es zum Schluss stolze 84 Kilometer. Der Weg schlängelt sich immer an der Küste entlang, vorbei an wunderschöner Fjordlandschaft. Der Track steht kurz davor, auch ein Great Walk zu werden. Ein Glück für uns, dass er dies bisher nicht ist, denn somit gibt es extrem wenig Menschen auf der Strecke. Zudem hatten wir Nebensaison und begegneten somit wirklich nur 6 Menschen. Endlich mal wieder Entschleunigung. Langsam wird es schon eine Sucht, einfach der Zivilisation zu entfliehen und die Ruhe zu genießen. Das schönste ist, dass unsere Rucksäcke immer von einem Zeltplatz zum nächsten transportiert wurden. Somit waren wir immer nur mit den Tagesrucksäcken unterwegs.

Tag 1 und 2 der Wanderung

Es ging los in Picton, wo wir unsere Reise im Januar auf der Südinsel begonnen hatten. Wir buchten am Vortag die Fähre nach Ship Cove, dem Startpunkt des Tracks. Früh am Morgen ging es los. Das Boot fuhr nur für uns vier und zwei älteren Wanderern, da jetzt Nebensaison war. Wir waren mit dicken Schlafsäcken und mit viel zu viel Essen bewaffnet aufgebrochen und hatten damit für 4 Tage in der Kälte ausgesorgt. Die Fahrt war schon der Hammer! Viele kleine Fjorde gab es zu bestaunen und man sah Robben vorbeischwimmen und am Ufer konnte man ihnen beim Sonnen zuschauen. Die riesengroße Fähre, die zwischen der Nord- und Südinsel hin und her fuhr, bekamen wir bei dieser Wanderung auch des Öfteren zu Gesicht. Auch konnte man durch das gute Wetter ab und zu einen Blick auf die Nordinsel erhaschen. Der Anfang vom Track verlief sehr entspannt. Die sehr gut ausgebauten Wege an der Küste gingen in den Urwäldern von Neuseeland entlang. Am ersten Tag wanderten wir 21,4 Kilometer und am zweiten Tag 11,1 Kilometer. Das sollten die entspannten Tage zum hineinkommen in den Walk werden. Die Sonne war leider nur von 7.30 bis 17.30 Uhr da, was uns zwang, immer im Dunkeln aufzustehen und zu starten. Die Nächte sind ein Traum, da es hier stockduster war und man außer ein paar Tiergeräuschen einfach die Ruhe genießen konnte. Am ersten Abend nächtigten wir in einer Obstplantage eines Bauern und konnten sogar eine heiße Dusche ergattern, ein Traum! In einer kleinen Bucht am zweiten Tag holten und legten wir an einem Steg die Rucksäcke ab und wanderten im Morgengrauen wieder los.

Tag 3 und 4 der Wanderung

Die letzten beiden Tage waren hart. Wir mussten an Tag drei 28,2 Kilometer und am letzten Tag 24,3 Kilometer laufen, denn mit Aussichtspunkten geht der Weg nämlich 14 Kilometer länger als ausgeschildert ist und man muss schon sagen, das ist auch bei leichten bis mittleren Anstiegen auch völlig ausreichend. Wir kamen des Öfteren richtig ins Schwitzen und bei einer Pause fror man leicht, wenn es schattig war. Dafür war die Luft unfassbar rein, wie es im Herbst oder Winter üblich ist. Extrem war, dass unser letzter Campingplatz laut Buchungsinformation in einer Bucht lag, wo wir unsere großen Rucksäcke abholen mussten und dann wieder über den Berg auf die andere Seite beim Campingplatz bringen sollten. Das sollten 10 Minuten Fußweg sein. Pusteblume, es waren 2,6 Kilometer Umweg mit viel zu schwerem Gepäck, da wir dachten, dass das Hauptgepäck nicht weit getragen werden musste. Jetzt würde der ein oder andere sagen, 2 Kilometer hält man schon mal aus. Aber nach 25 Kilometern wandern sieht das schon ganz anders aus :-). Egal wie, wir haben es geschafft und ihr könnt mal raten, wie wir geschlafen haben: wie die Murmeltiere, da es körperlich doch sehr viel abverlangte. Nach den letzten 24 Kilometern an Tag 4 kamen wir in Anakiwa an, wo wir mit dem Boot abgeholt wurden, welches uns zurück nach Picton fuhr. Wir waren schon alle sehr stolz auf uns. Wer kann schon sagen, 85 Kilometer in 4 Tagen mit Gepäck gewandert zu sein! Eine tolle Erfahrung vom Queen Charlotte Track, schaut euch die Bilder an und genießt es.

Arbeit auf einer Brokkoli- und Salatfarm

Andrea hat uns in der Nähe von Christchurch eine Arbeit besorgt. Super froh nahmen wir das Angebot an, aber leider wurden wir ein wenig enttäuscht. Wir dachten, es sei eine kleine Farm mit einem schönen und entspannten Arbeitsklima. Leider war es jedoch eine riesengroße Firma, die Brokkoli und Salat in Akkordarbeit vom Feld ernten lässt. Und ratet mal, wer die Menschen sind, die in gebückter Haltung mit Messern bewaffnet Brokkoli oder Salat ernten, wir! Egal wie, man weiß ja, dass als Backpacker harte Arbeit auf der Tagesordnung steht. Aber hier geht es schon arg doll auf die Knochen. 6-10 Stunden am Tag nur das Gemüse vom Boden in Akkord abschneiden und jeder hat Probleme mit dem Körper. Hinzu kam, dass man in eine sehr teure Unterkunft musste, was uns dazu bewegt hat, unsere alten Arbeitgeber anzufragen, ob sie uns wieder zurückhaben wollen. Da jetzt wieder Level 2 ausgerufen wurde und man somit normal arbeiten kann, wollten uns diese sofort zurück. Dies hat uns natürlich sehr gefreut, da wir auf der Kirschfarm viel tiefsinnigere Arbeit verrichtet hatten und sie auch relaxter war. Somit hält man auch 6 Tage Arbeit die Woche ohne Probleme aus und die Unterkunft wäre wieder um einiges günstiger. Also heißt es, jetzt im Winter noch ein paar Wochen reisen und danach vielleicht wieder auf der Kirschfarm arbeiten, wo wir mehr Geld sparen können. Wünscht uns, dass wir keine Probleme mit der Kälte bekommen, denn jetzt wird es schon manchmal -4 Grad in der Nacht. Also genießt euren Frühling und schickt uns Warme Gedanken.

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