Milford Sound und die Neuseeländischen Südalpen

Infos zum Milford Sound

Nun war es soweit. Nach drei wunderschönen Tagen in unserer Unterkunft machten wir unser Auto wieder startklar, denn laut Wettervorhersage stand Sonnenschein auf dem Tagesplan. Wir fuhren mit unserem Auto die gesamte Strecke in Richtung Milford Sound, welcher sich im Südwesten von Neuseeland befindet. Dieses Gebiet ist eine reine Fjordlandschaft mit einigen imposanten Wasserfällen und Regenwäldern, welche bis zu 2000 Meter hohe Berge fasst. Die Flora und Fauna ist hier sehr einzigartig, denn die typische Pflanzenvielfalt ist wie vor Abermillionen Jahren noch immer erhalten. Schätzungsweise gibt es hier 7 Millionen verschiedene Korallenkolonien. Auch die Tiere sind hier in besonders hoher Zahl vertreten, unter anderem Seehunde, Pinguine und Delfine, natürlich auch die faszinierenden Keas.

Mirror Lake

Weiter ging es durch das gletschergeformte Eglinton Valley, ein wunderschönes mit Tussock bewachsenes Tal. In der Morgensonne glitzerten die Eiskristalle auf den Grasbüscheln wie im Bilderbuch.
Wer in das bekannte Milford Sound-Gebiet hineinfährt, kommt an den schönen Hotspots, wie zum Beispiel den Mirror Lakes nicht vorbei. Dies sind kleine Seen, die durch die Lage im Tal sehr wenig Wind abbekommen und sich dadurch wunderbar spiegeln. Eine wahre Freude für jeden Fotografen.

Milford Sound

Über den Homer Tunnel gelangt man zum Milford Sound. Dieser wurde gerade renoviert, da er durch den Regen, der vor einigen Monaten wütete, extrem stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Allgemein sah man nicht mehr viel von dem heftigen Unwetter, ab und zu ein paar Meter neu asphaltierte Straße. Anschließend ging es mit dem Auto das letzte Stück hinunter ins Fjordland. Hier wollten wir mehrere kleine Wanderungen unternehmen. Leider waren aufgrund des Winterbeginns und den damaligen Niederschlägen alle Walks geschlossen. Bis zur kommenden Saison müssen sich die Touristen gedulden. Trotz allem war es einfach atemberaubend am Milford Sound zu stehen. Wir unternommen nicht die bekannte Bootstour raus in Richtung Meer, da wir diese schon einmal vor 5 Jahren gemacht hatten. In unseren Augen ist dieser Touristenmagnet in der Hauptsaison zu extrem belastet von Urlaubern. Dafür nahmen wir uns mehr Zeit, die Landschaft zu genießen, um diese in unseren Köpfen abspeichern zu können. Nach vielen Fotos und kleinen Spaziergängen fuhren wir zurück. Wir hatten Glück, am Straßenrand wartete ein Kea auf uns, welcher einer der bekanntesten Vogelarten von Neuseeland ist. Es sind extreme Rüpel, die immer alles kaputt machen wollen. Aber dafür haben sie ein wunderschönes Gefieder und es ist wirklich selten, einen Kea zu beobachten. Wir fuhren an diesem Tag noch zur Unterkunft zurück, da die Nacht wieder sehr frostig war. So ist das halt, langsam werden wir auch zu alt, jeden Tag im Winter im Zelt zu schlafen 😉

Neuseeländische Südalpen & Mount Cook

Zuerst war unser Plan, nach Stewart Island mit der Fähre zu fahren, um da den Great Walk zu laufen und Kiwis zu suchen. Aber leider machte uns das neuseeländische Wetter einen Strich durch die Rechnung. Darum entschlossen wir uns, in die höchsten Berge von Neuseeland zu düsen, in die Südalpen. Hier sollte es kommende Woche schönes Wetter geben. Natürlich sind wir nicht naiv und wussten, dass die Alpen auch Schnee und Eis mitbringen würden. Aber dadurch, dass es jeden Tag Sonne geben würde, trauten wir uns das mit unserem Zelt zu. Hier ist der höchste Berg Neuseelands beheimatet, der Mount Cook, welcher immer weiß ist, auch während der Sommerzeit. Der Berg erreicht eine Höhe von fast 4000 Metern.

Lake Pukaki

Den ersten Halt machten am Lake Pukaki. Der See wird vorwiegend von vier Gletschern der neuseeländischen Alpen gespeist. Dadurch, dass Winter herrscht, ist der Wasserpegel sehr niedrig und man möchte diesen schönen Ort eigentlich nur meiden. Weil der See immer wärmer ist, als die Luft, sind hier extrem niedrige Wolken über dem See und blockieren jedes schöne Bild, was man sich schon im Kopf ausgemalt hatte. Im Sommer überzeugt der See aber wirklich mit seinem freien Campingplatz und der wunderschönen Aussicht auf die Berglandschaft.
Wanderung am Mount Cook

Am Nächsten Tag ging es in das Wandergebiet am Ausläufer des Mount Cook. Mitten im Gebirge, umzingelt von vielen hohen Bergen, kann man nur eins machen, wandern gehen. Den ersten Tag ging es den Sealy Tarns Track hinauf, um den Mount Cook zu sehen. Leider mussten wir vorher noch hoch, um die Aussicht genießen zu können. Nun hieß es 2200 Stufen zu bezwingen. Nichts, was richtige Wanderer nicht bewältigen könnten, aber nachdem wir uns lange nicht mehr bewegt hatten, merkten wir dies auch noch zwei Tage nach dem Walk in den Waden :-P. Das Wetter enttäuschte uns nicht, Sonne satt den ganzen Tag. Die Nächte waren eiskalt, aber so einen Sternenhimmel haben wir noch nie gesehen. Ein Zauber!!! Wir benötigten für die Wanderung gemütliche 4 Stunden. Und zack war ein Tag vorbei, übrigens auch der Kürzeste im Jahr, jetzt geht jeden Tag die Sonne 2 Minuten früher für uns auf. Wirklich heftig, wie abhängig man ist von der Sonne, wenn man reist. Am zweiten Tag wanderten wir in einem Tal entlang zum Fuße des Mount Cooks (Hooker Valley Track). Hier befindet sich ein wunderschöner See mit einem kleinen Gletscher. Momentan liegt auf den Bergen sehr viel Schnee, für uns Thüringer stets ein Erlebnis. Und wenn die Sonne herauskommt, kann man dem Krachen der Berge zuhören, welche Lawinen von Schnee abwerfen, sehr einprägend dieses Geräusch! Und es zeigt einem wieder, wie klein wir sind.

Nachts ist Neuseeland wunderschön mit seinen Sternen

Wie ihr schon mitbekommen habt, fotografiert Sepp jetzt viel Nachts, da wir ja nicht so viel vom Tag haben. Wir müssen sagen, wir sind begeistert, wie schön die Landschaft ist und wie einzigartig alles aussieht. Nachts kann man richtig kreativ sein, da man nicht die Hektik wie am Tag um sich herum verspürt. Also macht euch raus in die Nacht und genießt die Welt. Hier ein paar Bilder von der Church of the Good Shepherd (Die Kirche des Guten Hirten) in Lake Tekapo.

Cromwell

Und ab nach Cromwell, wo unsere nächste Arbeit in ein paar Wochen auf uns wartet. Hier nahmen wir uns erst einmal eine Unterkunft auf einem Campingplatz, um die kalten Nächte auszukurieren. Ein Vorteil haben der Winter und Corona, alle Unterkünfte sind extrem günstig geworden. Jetzt heißt es, auf die Arbeit zu warten, um den Winter zu überbrücken und eventuell noch vorher einen Great Walk zu machen. Lasst euch überraschen 😉

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