Earnslaw Burn Track & Stewart Island

Queenstown

Am ersten Tag ging es in Richtung Queenstown, wo wir noch ein letztes Mal die Touristenhochburg von Neuseeland genießen wollten. Schönstes Wetter und Sushi für Sepp gab es an der Promenade. Es ist wirklich schön, sich die langsam wieder ergrünenden Bäume mit dem kristallblauen Wasser und die schneebedeckten Berge anzusehen.

Der Earnslaw Burn Track in Glenorchy

Am nächsten Tag fuhren wir zum kleinen Örtchen Glenorchy. 15 Kilometer dahinter gibt es einen recht unbekannten Walk, den Earnslaw Burn Track. Hier wollten wir am Endpunkt des Tracks einen Gletscher in einem sehr schönen Tal anschauen. Der Weg wurde als mittel bis schwierig angepriesen und eine Strecke (one way) wurde zwischen 4 bis 6 Stunden beziffert. Wir schafften die 23 km in 10 Stunden inklusive einer halben Stunde Pause.

Über Stock und Stein

Der größte Teil des Weges war nicht besonders schön, gefühlte 10 Kilometer gingen nur durch den Wald. Aber der Weg hatte es wirklich in sich. 100e kleine Bäche und viele umgestürzte Bäume mussten wir überwinden. Der Boden war sehr rutschig und matschig mit vielen Wurzeln und manchmal gab es überhaupt keinen Weg mehr, da letztes Jahr bei dem Unwetter einfach hunderte Meter Hang abgerutscht sind. Wir können nur sagen, dass es wirklich nicht ungefährlich war, dort lang zu klettern. Aber nach 3½ Stunden rumkraxeln konnten wir endlich die ersten Blicke des Gletschers erhaschen. Kein einziger Mensch war hier, keine Autos und kein Lärm, nur wir. Das Tal enthält eine Vielzahl von Wasserfällen und am Ende des Tals ist der Gletscher, welcher das Tal komplett schließt. Der Weg war wirklich doof, aber die Aussicht hat sich gelohnt. Am liebsten hätten wir hier gecampt, aber wir entschieden uns in einem Tag alles anzusehen. Wir schafften es auch und fielen am Abend ins Bettchen, da wir noch 3 Stunden nach Invercargill fuhren, um am nächsten Tag die Fähre nach Stewart Island zu bekommen.

Stewart Island

Den darauffolgenden Tag ging es bis ganz runter in den Süden nach Bluff. Von hier aus ging es mit der Fähre auf eine kleine Insel namens Stewart Island. Diese Insel ist etwas ganz Besonderes. Hier gibt es ca. 20.000 Kiwis, die nachts zu sichten sind sowie eine Vielzahl an Kakas und anderen Vögeln und nachts kann man Polarlichter sehen, hier heißen sie Aurora Australis. Man kann sogar in diesem Gebiet mit dem weißen Hai tauchen, natürlich nur im Käfig. Also ein ganze Menge Sachen die man erforschen und sehen kann. Hier gibt es auch einen der Great Walks, den Rakiura Track.

Jimmy’s Haus

Die Überfahrt dauerte eine Stunde und ging ganz entspannt zu. Auf der Insel gibt’s eine winzig kleine Stadt namens Oban, die den Namen Stadt eigentlich nicht verdient, hat da es hier nur etwa 600 Einwohner gibt. Es gibt ein Hotel, eine Bücherei, ein Kino, einen Supermarkt und einen Outdoorladen. Aber leider hatte alles geschlossen außer das Hotel und der Supermarkt . Sogar der Kanuverleih steht zum Verkauf. Am Steg von Oban empfing uns Jimmy, ein kleiner älterer Mann mit wenig Zähnen, aber dafür mit einem großen Herzen. Er hat ein kleines Haus und da wohnten wir die nächsten 5 Tage. Da der Jimmy ein wenig älter ist, ist sein Auto auch nicht mehr das neueste… definitiv älter wir . Das Häuschen lag oben auf einem Berg nahe der Stadt, wo er sich mit uns in dem alten Nissan hochquälte, als er uns von der Fähre abholte. Oben angekommen, entlohnt die Lage des Hauses. Eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt am Hafen und auf dem Balkon waren jeden Tag Papageie. Und da Jimmy noch vom alten Eisen ist, füttert er die Tiere, auch wenn es verboten ist. Aber er ist hier der Boss, also machten wir immer fleißig Bilder, wenn Fütterungszeit war.

Wandern und Erforschen

Wandern ist die Hauptbeschäftigung auf Stewart Island. Die ersten 2 Tage schauten wir uns das kleine Örtchen Oban an, gingen zum Bathing Beach und zu einem schönen Aussichtspunkt zum Sonnenuntergang, Am nächsten Tag liefen wir an einer Landzunge auch nur gemütliche 4-5 Stunden, denn uns saß die Wanderung von Glenorchy doch noch ein wenig in den Knochen. Am dritten Tag machten wir uns auf zum Great Walk, natürlich keine 3 Tage, dafür war uns das Wetter zu unstetig, aber immerhin liefen wir ⅕ vom Walk an einem Tag und wieder zurück, das sind bestimmt auch 20 Kilometer und der Walk geht nur Insgesamt 30 Kilometer in 3 Tagen. Jeden Abend gingen wir auch auf Kiwisuche. Bewaffnet waren wir mit einer Lampe und viel Geduld, aber dennoch fanden wir leider keinen…

Ulva Island

Ulva Island ist eine kleine Insel direkt hinter Stewart Island. Die Fahrt dorthin kostet wirklich wenig Geld und es lohnt sich… Wir wanderten alle Wege ab und sahen die geballte Kraft der Natur, das Wasser hat hier schon Ähnlichkeiten mit dem in Australien, extrem klar und auch richtig was los Unterwasser. Wir sahen wirklich alle Vögel, die man hier so beobachten kann und die unbelastete Natur auf der Insel, die schon ein wenig an Urzeiten erinnert. Leider sahen wir wieder keinen Kiwi. Eigentlich ist es nicht schlimm, dass wir keinen Kiwi gesehen haben. Aber das Wahrzeichen von Neuseeland zu sehen, wäre schon interessant gewesen. Es ist leider höchst unwahrscheinlich einen zu sehen, auch wenn wir extra nachts dafür rausgegangen sind …. So ist das mit dem Glück 😉

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