Arthur´s Pass & Franz Josef Gletscher

Die Westküste

Jetzt ging es an der Westküste hinunter Richtung Süden der Insel. Hier gibt es wunderschöne Strände und die Straßen schlängeln sich an den schönsten Stränden von der Südinsel entlang! Leider ist es so, dass sich an der Westküste recht viele Wolken bilden, sodass öfter Regen fällt. Aber wir haben uns nicht entmutigen lassen und sind viele Tracks gelaufen und haben die Abenteuer in der Natur gesucht!

Regen am Strand

Kurz vor den Pancake Rocks schauten wir uns viele schöne Strände an. Hier gibt es niedliche Beschilderungen, welche unterschiedliche Tiere zeigen, auf welche man achten soll um diese nicht anzufahren! Zum Beispiel Pinguine, Seelöwen, Kiwis, Wekas und Moas (welche witzigerweise schon seit mehr als 1000 Jahren ausgestorben sind, aber trotzdem zeigt einem dies wieder, wie naturbelassen die Tier- und Pflanzenwelt in Neuseeland ist!) An den Stränden halten wir immer nach Walen, Pinguinen oder Delphinen Ausschau! Wir hatten Glück, wir sichteten in der Entfernung Delphine, welche sich in den Wellen auf und ab bewegten, als gäbe es nichts Leichteres auf der Welt! Zum Baden waren die Wellen einfach zu heftig, aber optisch sieht das Meer immer absolut entspannt aus. Verrückt, wie viel Kraft immer in den Wellen steckt. Es haut einem die Steine um die Ohren, wenn man nur knöcheltief im Meer steht, echt heftig!

Frische Pancakes an den Pancake Rocks

Weiter ging es zu den Pancake Rocks, welche natürlich absolut von Touristen überrannt werden. Hier begutachteten wir wirklich nur die höchst komisch auftretenden Felsformationen, wie Pfannkuchen gestapelte Felsen, und das Meer, welches an den Felsen tagein und tagaus arbeitet und in den Felsen viele Einbuchtungen spült. Dadurch hat man extrem coole Geräusche, wenn die Wellen den Felsen hochjagen, wie der Teufel höchstpersönlich und dann sprühen diese noch Meter weit heraus. Das ist wirklich cool!

Wie immer fanden wir von Tag zu Tag einen kostenfreien Campingplatz und die Neuseeländer sind ja extrem kreativ, was das Geldverdienen angeht. Hier ist es wirklich normal, dass jeder jedem ständig ordentlich Guten Tag sagt und auch fragt, wie es jemandem geht und was man gerade so macht hier in Neuseeland! Stellt euch mal vor, jemand Wildfremdes fragt euch in Deutschland, wie es so geht und was ihr heute Schönes gemacht habt! Absolut nicht vorstellbar. Dementsprechend müssen die Verkäufer hier noch mehr Redekunst beherrschen. In der Nähe von den Pancake Rocks gibt es einen Verkäufer, der jeden Morgen an den Strand fährt und frische Pancakes für die Reisenden macht! Extrem lustig. Sehr offen erklärt er, wie man Sandflies-Stichen entgegenwirken kann. Mit sogenanntem Flachs, eine Pflanze, die hier wirklich überall wächst! Er ist extrem laut und freundlich und bietet leckere Pancakes an! Er erklärte uns, dass es hier in der Gegend nur 40 Menschen gibt und jeder jeden kennt! Hier wird mit dem Handy bezahlt und wir wollten ihm zeigen, dass wir bezahlt haben, aber das winkte er nur freundlich ab und sagte „Ihr Deutschen ” Wir sind immer viel zu genau und haben kein Vertrauen! In Deutschland würde es so ein Vertrauen wirklich nicht geben!

Danach ging es nach Greymouth, wo wir die nächsten zwei Tage abmatten mussten wegen dem schlechten Wetter!

Arthur´s Pass

Jetzt hieß es einmal auf das Gebirge und dann wieder herunter. Warum gönnen wir uns diesen Umweg? Weil es hier viele schöne Aussichten auf dem Arthur´s Pass gibt und man das Gefühl bekommt, wie klein Neuseeland mit einmal ist. Über das Gebirge und schon wären wir in Christchurch! Wir fuhren viele Höhenmeter, bis wir oben auf dem Arthur´s Pass entlang fuhren. Hier bestaunten wir den Devil´s Punchbowl Waterfall und fuhren weiter zum nächsten Punkt!

Kostenfreies Höhlen-Survival

Mitten auf dem Arthur´s Pass wartete der Cave Stream auf uns, welchen wir nur mit Badesachen anschauen konnten! Ja richtig gehört. Mitten im Gebirge kann man gratis ein Höhlen-Survival durchlaufen! Richtig cool sagen wir euch! Da es viel geregnet hat, war es besonders actionreich. Sehr klares Wasser und dadurch auch etwas kalt, kämpften wir uns durch das Höhlensystem! Wir sind entgegen des Stroms gelaufen, da wir sonst höchstwahrscheinlich unsere Badelatschen verloren hätten. Man fängt gleich zu Beginn des Walks an, brusttief im Wasser die Höhle zu erforschen! Nach den ersten 100 Metern ist es extrem dunkel, sodass unsere Kopfstirnlampen benötigt wurden! Das Wasser rauschte nun nur noch knietief an uns vorbei und wir kämpfen uns der Strömung entgegen! Lustig ist, dass man manchmal klettern und kriechen muss, aber nichts war uns zu extrem, trotzdem sehr fordernd, sodass nach unserer Meinung kein Kind hier was zu suchen hat! Nach 30 Minuten erreichten wir einen der Höhepunkte. Gegen den Strom mussten wir 1 Meter hochklettern. Aber das Wasser sprudelte so sehr durch die Enge, dass man sich richtig ins Gestein reinklemmen musste! Sepp half den Mädels hinauf und der Weg konnte weiter bestritten werden! Der letzte Punkt war auch schön. 5-7 Meter kletterten wir Metallstufen in der Höhle hoch und endlich war der Ausgang in Reichweite! Ein Muss, wer Zeit mitbringt und das ganze Abenteuer dazu gratis! Einfach cool!

Horrornacht

Leider hatten wir ein wenig Pech! Nachts auf dem Arthur´s Pass zelteten wir am See. Wir fuhren jedoch nachts um 4.30 Uhr weiter, weil der Wind hier so extrem war, dass wir fast weggeblasen wurden. Anny und Frieda konnten auch nicht schlafen, da das Auto extrem hin und her wackelte. Eines muss man sagen, das Zelt hat alles ohne Probleme ausgehalten, auch wenn es extrem laut war! Also fuhren wir wieder in Richtung Westküste, wo es wieder windstiller war. Nach 2 Stunden kamen wir in Kumara an, wo wir den nötigen Schlaf nachholen konnten.

 

Gefangen im Regen

Der Franz Josef und Fox Gletscher waren unser nächstes Ziel! Leider endete unsere Reise schon am Franz Josef Gletscher, da wir sehr schlechtes Wetter hatten! Dauerregen war für die nächsten 3 Tage angesagt. Am zweiten Tag wollten wir unser geliebtes Zelt verlassen und wagten einen etwas längeren Walk, den Roberts Point Track. Der Weg war durch die kontinuierliche Nässe etwas schwierig zu belaufen. Sepp ging mit Badelatschen die 6 Stunden und er hatte Glück sich dafür entschieden zu haben, denn 50% vom Walk bestand nur aus Flüssen, welche nicht ohne waren! Die Mädels bekamen alle nasse Füße !

Franz Josef Gletscher

Nach 3 Stunden kamen wir zur Aussichtsplattform an, wo wir den Gletscher ganz anders sahen, als die Leute im Tal, welche nur 2-3 Stunden liefen! Durch die vielen Wolken sah man den Gletscher nicht ständig, aber manchmal kam er hervor! Extrem mystisch waren die Steilwände, an welchen hunderte Wasserfälle hinunterprasselten. Durch die vorbeiziehenden Wolken kam es einem vor wie in Avatar oder Jurassic Park! Zurück liefen wir extrem vorsichtig, damit sich niemand verletzte, da der Regen stetig heftiger wurde!

Parkplatz Rettung

Am Parkplatz bemerkten wir schnell, dass der Fluss, der vom Gletscher kommt, noch einmal angestiegen war. Wir denken, der Fluss hatte fast noch nie so einen Hochstand wie zu diesem Zeitpunkt. Man hörte, wie die Steine im Fluss mitgerissen wurden und das Eis strömte auf der Oberfläche mit großen Baumstämmen vorbei! Einfach tödlich diese Schnelligkeit des Flusses! Am Parkplatz hörten wir einen Helikopter, der direkt vor unserem Auto landete und Leute herausließ. Dies machte der Helikopter die ganze Zeit! Der Ranger sagte, dass der Fluss so hoch angestiegen war, dass die Leute, die den kurzen Weg zum Gletscher liefen, eingeschlossen wurden! Wir ärgerten uns, da wir einen Helikopterflug umsonst verpassten, aber waren auch froh, den schöneren Weg genommen zu haben!

Dauerregen

Die nächsten Tage hatten wir nur Dauerregen. Wir dachten, es sei normal, dass es an der Westküste so viel regnet. Aber die Straßen, die wir vorher befuhren und nachher noch befahren wollten, wurden laut Medien so beschädigt, dass alles aufgeräumt werden musste und sogar mehrere Wochen repariert werden muss! Der Milford Sound wurde komplett geschlossen und die Leute wurden auch da gerettet! In dieser Gegend gibt es auch 3 Great Walks (Milford Track, Kepler Track, Routeburn Track), von welchen wir mindestens 2 bewandern wollten. Leider wurden alle 3 Walks gesperrt. Wie typisch, dass wir so etwas erleben müssen Aber alles gut, wir hatten nur 4 Tage extremen Regen auf einem Campingplatz und das Zelt blieb trocken Alles war nass, manchmal macht campen nicht so viel Spaß, man fühlt sich wie gefangen! Dennoch geht auch sowas vorbei!

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